Wir werden ein bißchen smart

Mal vorneweg geschoben: „Smart Home? Nee, brauchen wa nicht“, sagten wir uns. Dreimal Händeklatschen, und dann geht irgendwo das Licht an? Alexa-Werbung, und dann quatscht da so ein Computer los?

Tja, wir hatten jedoch ein paar Bedürfnisse:
  1. Das Licht im Flur unten kann man von oben nicht schalten, aber das wär schon ganz nett.
  2. Im Wohnzimmer macht die Lampe nur blendend hell oder stockdunster. Da wir nicht jeden Abend staubsaugen, sondern in schöner Lichtstimmung auch mal Peppa Wutz gucken möchten, wollten wir sie dimmen.
Bei der Elektroplanung haben wir das nicht berücksichtigt.

Wir sind dann recht schnell drauf gekommen, dass ein Smart-Light-System die Lösung für beide Probleme bietet. Im Angebot habe ich dann ein Hue-Starterset bekommen und angeschlossen. Das Starterset bestand aus 2 Lampen und der Basisstation („Bridge“). Der Echo Dot landete irgendwie auch im Warenkorb.

Echo Dot im Einsatz

Es ist wirklich so: Tatsächlich reagiert Alexa immer, wenn im TV Alexa-Werbung lief, also haben wir ein neues Aktivierungswort genutzt. Leider bietet Amazon nur wenige Aktivierungswörter an:
  • Alexa
  • Amazon
  • Echo
  • Computer
Es gibt im Web unzählige Seiten, die sich mit Einrichtung und Funktionen der Amazon-Produkte beschäftigen. Daher nur kurz: Der Echo Dot hat lediglich einen Anschluss für die Stromversorgung. Via Bluetooth können wir ihn aber mit der Stereoanlage koppeln, sodass wir ihn fast ausschließlich zum Musikstreamen nutzen.

Netter Beifang: Singt unsere Motte Lieder, die sie aus der Kita kennt, die uns jedoch völlig unbekannt sind, fragen wir einfach Alexa: „Alexa, spiele a ram sam sam“. Ich glaube, die Kinderlieder von Simone Sommerland und den Kitafröschen sind die am häufigsten gespielten. 😊

Weitere Skills, die wir mehr oder weniger nutzen, ist der Abfallkalender, der uns erinnert, wann die BSR kommt, und TK Smart Relax.

Alexa Echo Dot

Philips Hue

Die Einrichtung ist super einfach. Das Anlernen des Dimming-Schalters war ebenfalls total easy. Natürlich gibts hier auch eine App, mit der man die Beleuchtung nicht nur an- und ausschalten, sondern auch dimmen kann. Farben und Helligkeiten kann man als sog. „Szenen“ speichern und dann via App oder Dimming-Schalter einfach abrufen.

WLAN ist mindestens zum Einrichten der Hue-Basis („Bridge“) und des Zubehörs (Lampen, Fernbedienungen) erforderlich und natürlich dann, wenn man die Bedienung via App vornehmen möchte. Wenn das WLAN nachts aus ist, funktionieren die Schalter also trotzdem. 😉
Etwas komplizierter war die Flurgeschichte. Hier sollte es einen Schalter geben, der die Flurbeleuchtung schaltet. Ich wollte keinen extra Schalter, sondern den bestehenden Lichtschalter ersetzen. Allerdings sind die Hue Taps ziemlich hässlich, und passen so gar nicht zu unserer Schalterserie Berker S1. Was tun?


Hue-Schalter mit Berker S.1 Schalterserie

Nach etwas Recherche habe ich dann zwei Möglichkeiten ausprobiert. Philips bietet mit den Hue Taps auch Fernbedienungen an, deren vier Tasten sich frei belegen lassen. Im Inneren verbaut sind Energy Harvesting Module. Der Clou: Philips ließ Enocean-Module mit den Hue-Funkstandard ausstatten. Dazu gleich mehr.

Die Energy Harvesting Module bieten allgemein den Vorteil, dass sie an jeder beliebigen Stelle im Haus verbaut werden können, ohne Rücksicht auf (nicht) vorhandene Stromanschlüsse. Durch den Tastendruck wird eine kleine elektrische Ladung erzeugt, die zum Senden eines Signals an die Bridge ausreichen. Die Bridge erkennt das Eingangssignal und funkt dann einen entsprechendes Signal an das Leuchtmittel.

Durch die Verwendung von Enocean-Modulen bzw. deren Hue-Äquivalent können die von den Herstellern angebotenen Wandsender-Module genutzt werden. Berker bietet inzwischen ebenfalls einen an, das Teil kostet jedoch 60 Euro und mehr. Will man mehrere Schalter umbauen, kommt schnell viel Geld zusammen.

Aber: Man kann die Wippen der Hersteller nutzen. Berker bietet nicht nur Einfach- oder Zweifachwippen an, sondern auch welche mit Symbolen.

oben normaler Lichtschalter, unten neu mit Hue-Modul
So sieht man rein äußerlich fast keinen Unterschied, lediglich die Lage der Wippe ist nicht „gekippt“. Dast Tast-Gefühl ist durch den merklichen Widerstand und das „Klack“ beim Betätigen ein anderes, aber da gewöhnt man sich dran,

Die Firma Voltus bietet seit einigen Monaten das Montageset EHAK02 an, mit dem man Enocean-Sender und diverse Schalterserien zusammenbringen kann, z.B. von Jung. Das Set beinhaltet folgende Teile:
  • ein Trägerelement zum Befestigen an der Wand bzw. Verschrauben an der Schalterdose
  • Trägerelement zur Aufnahme des Enocean-Modules
  • ein Wippenpaar
Das Wippenpaar benötigt man nicht unbedingt, denn bedingt durch die gleiche Bauart können auch originale Berker-Enocean-Wippen verwendet werden. Das Set von Voltus kann man mit Einschränkungen auch für Berker S.1 nutzen. Nachteil: Da der Zwischenring den Berker-Rahmen nicht überdeckt, ist diese Lösung für einzelne Schalter nur bedingt geeignet. Den Schalter müsste dann auf dem Trägerelement verklebt werden. Die originalen Berker-Wippen funktionieren leichtgängig. Wenn man nur An und Aus schalten möchte, sind Einfachwippen vorzuziehen. Bei Mehrfachschaltern sieht das außerdem stimmiger aus, hier gibt es auch das Problem mit der fehlenden Halterung nicht, wenn die anderen Einsätze welche vorweisen (z.B. herkömmliche Schalter oder Steckdosen).

Die Firma Eltako bietet mit dem Funktaster FTE210 ein ähnliches Produkt an. Der Lieferumfang ist wie bei EHAK02, jedoch ohne Wippen.

Voltus EHAK02
Eltako FTE210

Das Trägerelement bedeckte unsere Berker-Rahmen, jedoch musste ich hier mit Dremel bzw. Skalpell etwas Material abtragen, damit die Wippen im Schaltweg nicht blockieren. Ich muss aber wohl nochmal etwas schnitzen, denn gelegentlich hakelt es doch manchmal.

Kurze Zusammenfassung: Was wird benötigt?

Der bestehende Lichtschalter bekommt Dauerstrom, der Schalter wird ausgebaut. An dieser Position wird dann z.B. EHAK02 von Voltus oder FTE210 von Eltako verbaut (gibt es noch mehr Alternativen? Hinterlasst gerne ein Kommentar!).

Das Funkmodul kommt aus einem Hue Tap. Das Gehäuse vom Tap wird nicht mehr benötigt. Die Firma Voltus bietet auf deren Website auch eine kleine Anleitung zum Ausbau des Enocean-Modules aus dem Tap an.

Zuletzt werden bei Bedarf noch geeignete Wippen aus dem Herstellerprogramm benötigt.

Kleines Gimmick im Kinderzimmer

Während ich die Flurbeleuchtung nur mit An und Aus programmiert habe, sollte es im Kinderzimmer noch mehr Funktionen geben. Im Zimmer unsere Motte wurde also eine Farb-LED eingeschraubt. Neben An und Aus kann sie nun mehrere Farben schalten. Mit der App Hue Essentials kann man einer Taste mehrere Szenen zuweisen, die jeweils mit einem neuen Tastendruck aktiviert werden. Jede Farbe entspricht dabei einer Szene.

 
Zum Einschlafen habe ich eine Farbwechselfunktion einprogrammiert: Alle 15 Sekunden erscheint eine neue Farbe. Die minimale Helligkeit ist bei Hue mit 1% vorgesehen – das ist dunkel genug zum Schlafen. 😴👶

Nach dieser Möglichkeit habe ich lange gesucht, ich wollte diese animierte Szene eben mit dem Lichtschalter starten lassen und nicht mit einer App. Schließlich war sie doch tatsächlich in der originalen Hue-App versteckt, und zwar in Hue Labs. Dort heißt die Option „Living scenes“

Smart Home oder wie jetzt?

Eigentlich ist das ja alles nur Musik- bzw. Lichtbedienung mit Sprachsteuerung.

Aber richtig toll ist es, wenn ich Alexa morgens sagen kann: „Starte die Autoheizung“. Dann schaltet die smarte Steckdose und die Innenraumheizung im Auto springt an. Endlich kein Scheibenkratzen morgens mehr. DAS ist wirklich smart! 👍

Kommentare

  1. Hallo,

    na da habt ihr ja was tolles umgesetzt. Die Enocean-Technik habe ich mir auch schon vor langer Zeit mal angeschaut. Sobald ich doch mal einen Taster für mein Smarthome brauche, wo ich kein Buskabel liegen habe, kommt bei mir Enocean zum Einsatz. Bin kein Freund von Batterien in Schaltern :-D
    Und die Module von Voltus - meinem Lieblings-Elektronik-Shop, weil man da perfekte Beratung und Service bekommt - habe ich letztens auch gesehen, als ich auf der Suche nach einem schönen Schalter für die Hue einer Freundin war :-) Bei uns werden die Hue bisher nur über Bewegungsmelder und meine Tag-/Nachtschaltung (nachts gedimmt) angesprochen.

    Dein letzter Absatz interessiert mich aber noch :-) Was für eine Elektroheizung habt ihr denn im Auto? Und seid ihr zufrieden damit? Ich überlege auch noch, ob ich mir eine zulege...

    Viele Grüße und viel Spaß mit eurem neuen Smarthome :-)
    Rico

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    1. Hallo Rico, vielen Dank!

      Ich habe sowas wie eine Wohnwagensteckdose ans Auto gebaut, nur viel dezenter: https://amzn.to/2SYGqZr

      Ein Foto vom eingebauten Zustand siehst Du hier: https://www.dacianer.de/attachments/img_20181222_095759-jpg.71045/

      Die Heizung ist diese: https://amzn.to/2BUc4fX – Nach ca. einer halben Stunde ist das Auto innen erstmal warm und die Scheiben frei.

      Vorteil gegenüber Standheizung ist neben dem erheblich geringeren Preises und dem einfacheren EInbau auch die Tatsache, dass keine Abgase entstehen (für Dich als Garagennutzer nützlich).

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    2. Hallo Robert,

      leider kann ich das Bild vom eingebauten Zustand nicht sehen ohne einen Account zu erstellen. Aber dankeschön für die Links.
      Unser altes Auto hatte eine richtige Standheizung, die aber dann wegen der Garage so gut wie nie in Gebrauch war. Jetzt haben wir allerdings zwei Autos und abwechselnd steht mal das eine und mal das andere im Freien. Eine echte Standheizung würde sich schon aufgrund des Alters der Fahrzeuge nicht mehr rentieren und so ist die Elektrovariante eine super Alternative um die Autos im Winter drinnen und draußen vorzuwärmen :-)

      Viele Grüße, Rico

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